Computer inventarisieren mit Easy-Inventory

Easy-Inventory Programmoberfläche

Vor kurzem habe ich meine neue Arbeitsstelle angetreten. Leider gibt es über das übernommene Netzwerk keinerlei Dokumentation. Daher wollte ich als erstes eine Übersicht und Dokumentation zum vorhandenen Netzwerk erstellen. Bei der Suche nach einer brauchbaren Freeware-Lösung bin ich auf Easy-Inventory von AventoSoft gestoßen. Damit lassen sich die im Netzwerk vorhandenen Computer ohne Aufwand inventarisieren. Dabei ist Easy-Inventory intuitiv zu bedienen und benötigt keinerlei Einarbeitungszeit! Um den Lesern einen möglichst vollständigen Eindruck über die Software zu vermitteln habe ich viele Screenshots in den Artikel eingefügt.

Easy-Inventory kann kostenlos und zeitlich unbegrenzt eingesetzt werden in Netzwerken mit bis zu 25 Rechnern und beliebig vielen SNMP-Geräten. Wenn jedoch mehr als 25 Rechner zu inventarisieren sind, die Reports gedruckt oder die Daten nach Excel exportiert werden sollen ist dafür eine Lizenzierung erforderlich.

Hier ein Auszug aus dem Funktionsumfang

Hardware:

  • Hersteller, Bezeichnung, Seriennummer und Anschlüsse des Mainboards
  • Hersteller, Bezeichnung, Seriennummer des BIOS
  • Bezeichnung, Taktfrequenz, Cache und Sockel der Prozessoren
  • Aktuelle Bestückung der RAM-Steckplätze
  • Bezeichnung, Hersteller, Seriennummer, Größe und unterstützte Auflösungen des/der angeschlossenen Displays
  • Vorhandene Festplatten-, Disketten- und CD/DVD-Laufwerke
  • USB 1.1 und 2.0 Controller und angeschlossenen Geräte
  • Hersteller, Bezeichnung und MAC-Adresse der Netzwerkkarten

Betriebssystem:

  • Bezeichnung, Version, Buildtyp und Buildnummer
  • Installationsdatum, Produkt-Key und registrierter Benutzer
  • Service Pack und installierte System-Update (Hotfixes)
  • Verfügbare lokale und Netzwerk-Drucker
  • Liste der Auto-Start Programme

Software Daten, Lizenzkontrolle:

  • Hersteller, Bezeichnung, Version und Sprache
  • Produkt-ID und Installationsdatum
  • Lizenz-Key bei Microsoft Produkten

SNMP Geräte:

  • Hersteller
  • SNMP Objekt ID des Gerätes
  • Aufstellort
  • MAC-Adresse des Gerätes
  • IP-Adresse des Gerätes

Sonstiges:

  • vorgefertigte Reports
  • Inventardaten lassen sich in MS-Excel Tabellen exportieren
  • Computer über das Netzwerk Einschalten
  • Aktivieren einer Remote Verbindung

Neuerungen der Version V3.1.0. vom 23.07.2010

  • Erfassung des Betriebssystemtyps 32-Bit oder 64-Bit
  • Erfassung von 32- und 64-Bit Software
  • Erfassung von MS Office 2010 und der installierten Komponenten

Bevor ich Easy-Inventory im Unternehmen verwenden wollte, unterzog ich es in meinem Heimnetzwerk einem Test. Zuhause verwende ich eine Arbeitsgruppe namens Homework. Im Netz befinden sich neun Rechner (3x Windows XP Professional, 2x Windows 7 Home Premium, 2x Windows 7 Ultimate N, 1x Windows 7 Ultimate und ein Microsoft Server 2008R2). Außerdem ein Router, ein Access Point sowie zwei Netzwerkdrucker, die per Printserver ins Netz eingebunden sind. Beim zweiten Durchlauf, den ich für die Screenshots gemacht habe, waren nicht mehr alle Systeme online. Easy-Inventory hatte alle Rechner problemlos ausgelesen.

Total Commander Ansicht der Netzwerkumgebung

Windows Explorer Anischt der Netzwerkumgebung

Hier ein erster Blick auf die Programmoberfläche von Easy-Inventory.

Easy-Inventory Programmoberfläche

Die Programmoberfläche zeigt sich aufgeräumt. Hervorzuheben ist die klare Menüstruktur. Hier muss sich der Anwender nicht fragen, was sich hinter den einzelnen Punkten verbirgt. Schauen wir uns doch den ersten Client im Netz „Dani“ Windows XP Professional an. Die Hardware ist kein Low-Budget Gerümpel. Easy-Inventory sollte also möglichst detaillierte Ergebnisse zum Rechner liefern können.

Ansicht Client "Dani"

Der Reiter Überblick verschafft uns einen ersten Einblick über den gewählten Rechner. Praktisch: Aufstellort und Org.-Einheit lassen sich über den Punkt Konfiguration definieren. So ist es möglich, Reports nach einem Ort oder der Org.-Einheit zu erstellen. Weiter zu dem Reiter System.

Easy-Inventory Reiter System

Alle wichtigen Informationen über das Mainboard hat man sofort im Blick. Weiter zu der Karteikarte Prozessor/RAM.

Easy-Inventory Ansicht Prozessor und RAM

Auch hier wieder alle wichtigen Informationen im Überblick. Schade, dass keine näheren Informationen über den RAM ausgelesen wurden. So muss bei einer Erweiterung noch mal von Hand nachgeschaut werden. Weiter zu dem Reiter Grafik.

Easy-Inventory Ansicht Grafik

Auch bei dieser Ansicht werden wir mit den nötigsten Informationen versorgt. Man hätte in diesem Fall die Treiberversion bzw. den verwendeten Grafiktreiber in die Ansicht integrieren können, dann hätte man alle Informationen dieser Komponenten auf einen Blick gehabt. Weiter zu dem Reiter Disk.

Easy-Inventory Ansicht Disk

Auch hier wieder alle Informationen auf einem Blick. Weiter zu der Karteikarte Geräte.

Eay Invnetory Ansicht Geräte

Weiter zu dem Reiter Betriebssystem.

Easy-Inventory Reiter Betriebssystem

Hier sehen wir alle wichtigen Informationen über das Betriebssystem incl. des Produkt Schlüssels. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man im Feld der Systemupdates eine Suchfunktion integriert hätte. So wäre das Prüfen auf ein bestimmtes Update deutlich einfacher, da in einem kleinen Firmennetz nicht immer ein WSUS Server vorhanden ist. Weiter zu dem Reiter Laufwerke.

Easy-Inventory Reiter Laufwerke

Mit einer schicken Grafik zur Festplatte hätte man die Ansicht etwas Pimpen können. Wegen der Übersichtlichkeit wurde vermutlich darauf verzichtet. Weiter zum Reiter Netzwerk.

Easy-Inventory Reiter Netzwerk

Im Reiter Netzwerk bekommen wir die Informationen zu den einzelnen Adaptern. Alle wichtigen Punkte sind vorhanden. Weiter zu dem Reiter Drucker.

Easy-Inventory Reiter Drucker

Hier fällt auf das der Standard Drucker nicht erkannt werden konnte. Weiter zum Reiter Auto Start.

Die Darstellung ist leider etwas unübersichtlich. Hier hätte eine Baumstruktur den bisher sehr guten Eindruck den ich von Easy-Inventory habe nochmal punkten können. Weiter zum Punkt Software.

Hier werden alle installierten Programme aufgeführt. Die Produkt ID und der Produkt Key wurde z.B. bei Microsoft Office problemlos gelesen. Weiter zur Registerkarte Bemerkungen.

Hier haben wir die Möglichkeit, zusätzliche Informationen zum Gerät zu hinterlegen. Weiter zum Punkt Audits.

Easy-Inventory konnte am getesteten Windows XP Professional PC bis auf den nicht erkannten Standard Drucker alle Informationen korrekt sammeln. Nun wollte ich mein Windows 7 Ultimate x64 System untersuchen. Das System ist bis auf die Übertaktung auf 3,0GHz und die 8GB-RAM ein Standard PC. Mal sehen, wie sich Easy-Inventory hier schlagen kann.

Hier fällt auf, dass der Prozessor und die aktuelle Taktrate korrekt ermittelt wurden. Was darunter sofort Staunen auslöst, laut Easy-Inventory wären nur 4GB Arbeitsspeicher möglich. Wie es auf die maximale Bestückung kommt, kann ich nicht nachvollziehen. Dem bisher sehr positivem Gesamteindruck macht auch diese kleine Fehlinformation nichts. Prüfen wir doch noch wie sich hier der Autostart präsentiert.

Leider ist die Ansicht des Autostarts nicht korrekt bzw. vollständig. Hier ein Screenshot von Autoruns aus der Sysinternals Suite. Und die Ansicht die z.B.  der CCleaner aufbereiten würde. Grundsätzlich ist die Anzeige Ok, in einem kleinen Netz so wie ich es betreue.

Schauen wir uns doch noch die anderen Funktionen an, die Easy-Inventory zu bieten hat. Es gibt zahlreiche vorgefertigte Reports und die Möglichkeit, die gewonnenen Daten als Excel Tabelle zu exportieren.Auch eine Lizenzverwaltung ist in Easy-Inventory implementiert. So lässt sich schnell feststellen, ob man evtl. unterlizenziert ist. Auch werfen wir noch schnell einen Blick auf die SNP-Möglichkeit von Easy-Inventory. Hier habe ich exemplarisch meinen Router genommen (Linksys WRT54GL v1.1 mit DD-WRT Firmware).

Schauen wir uns ein paar Berichte an die ich als Beispiel mal genommen habe.

Auch gibt es einige Hilfsmittel für die zu administrierenden Rechner. Einschalten des PC über das Netzwerk, Neustarten oder Herunterfahren, das Nutzen der Remote-Computerverwaltung, Aktivieren einer Remote Verbindung, ein Test um festzustellen ob der Rechner Online ist und Ermittlung der IP-Adresse. Nichts außergewöhnliches, aber dennoch praktisch und mit einem Mausklick zu erreichen.

Fazit:

Easy-Inventory bietet einen großen Funktionsumfang und den bereits in der kostenlosen Version. Easy-Inventory leistet sich kaum Schwächen und glänzt mit einer aufgeräumten strukturierten Aufbereitung der Informationen. Dabei ist keinerlei Einarbeitungszeit nötig. Alles Funktionierte sofort und intuitiv, ohne dass ich mich damit beschäftigen musste! LOGINventory5 als Alternative bietet ein noch umfangreicheren Funktionsumfang und ist optisch ansprechender gestaltet. Bei meinem Wochenendtest wurde mir aber schnell klar, dass man hier Zeit investieren muss, um mit dem Programm arbeiten zu können. Daher habe ich mich für Easy-Inventory entschieden. Werde aber, wenn ich mehr Zeit zur Verfügung habe, mich mit LOGINventory5 nochmals eingehender beschäftigen.

Alternativen:

  • LOGINventory5 (bis 20 PCs Lizenzkosten frei) – noch Umfangreicher aber Einarbeitungszeit nötig.
  • ACMP Inventory (Kostenlos) – Kostenpflichtige Zusatzmodule bis hin zur Softwareverteilung.
  • Spiceworks (Kostenlos, Werbe finanziert) – etwas oversized für meinen Zweck.

3 Gedanken zu „Computer inventarisieren mit Easy-Inventory“

  1. hallo,

    just my 2c.

    easy inventory (stand 2013) ist für den professionellen einsatz leider nicht geeignet. für den heimgebrauch ist es aber ganz nett. beispiele: 1. man muß mehrere durchläufe machen um das lan abzudecken. wenn man nämlich einen suchlauf per ping durchführt und anschließend die inventur der gefundenen geräte machen will, bricht der inventurlauf mit einer fehlermeldung bei dem ersten nicht m$ gerät ab. da reicht schon der router! laut support ist das so gewollt. man soll voher die per ping gefundenen geräte per hand filtern, die dann per wmi abgefragt werden sollen. im heimnetz vielleicht noch machbar in einem firmen netzwerk nicht zu gebrauchen. es exist. zwar die möglichkeit während des ersten ping suchlaufs schon einen test auf wmi verbindung zu machen, dies dauert aber lange. 2. suchläufe. es exist. die möglichkeit den suchlauf mit verschiedenen methoden durchzuführen, ping, active directory, netzwerkumgebung etc. leider ist es nicht möglich zwei unterschiedlich suchläufe über das netz zu kombinieren um wirklich alle geräte zu finden. in einem ad stehen nicht alle geräte verzeichnet (z.b. handys, fax, router) und manche geräte reagieren nicht auf den ping lauf (firewall). will man einen suchlauf mit einer anderen methode durchführen, muß man die ergebnisse des ersten suchlaufs löschen. fail.

  2. Hallo Sascha, Danke für deinen Kommentar. Aktuell arbeite ich mit DocuSNAP. Dieses Tool ist um einiges Leistungsfähiger und Komplexer. Das schlägt sich natürlich auch Preislich nieder.

    LG, kai

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